Menschen sind gut

Eines der Fundamente der Theory of Constraints (TOC), auch als Engpasstheorie oder Durchsatz-Management bekannt, ist die Grundannahme „Menschen sind gut“. Das klingt befremdlich, denn wir alle kennen Menschen, die „nicht so gut“ sind. Dennoch bin ich ein glühender Verfechter dieser Annahme und betrachte es als eines meiner ureigenen Grundprinzipien. Für mich bedeutet diese Annahme, dass ich zwei Handlungsmöglichkeiten habe, wenn „etwas“ in der zwischenmenschlichen Beziehung nicht funktioniert:

  1. Ich kann den anderen die Schuld „in die Schuhe schieben“. Den Betroffenen verrückt, schlecht, dumm oder inkompetent finden. In diesem Moment weiß ich auch, dass ich nichts mehr unternehmen kann, um die Situation zu verbessern. Denn ich bin nicht in der Lage den Charakter eines anderen zu verändern. Das bedeutet folglich, dass die Situation festgefahren ist: Stagnation und Stillstand anstelle von Wachstum und voneinander lernen. Ehrlich gesagt fühlt sich das für mein Ego oftmals gut an, vor allem in genau diesem Moment…

ODER

  1. Ich gebe an allem mir die Schuld. Das ist natürlich sehr viel schwieriger für mein Ego. Manchmal muss ich dabei ganz schön tief in mich gehen, aber auf diese Weise bleiben Optionen offen, um die Zusammenarbeit mit dem anderen fortzusetzen. Hierfür muss ich seine Perspektive und Logik verstehen. Das ist ein hartes Stück Arbeit. Es resultiert jedoch in Wachstum und eröffnet neue Möglichkeiten.

Nehmen Sie die Aussage nicht wörtlich. Ich weiß auch, dass es jede Menge Menschen gibt, die keine Engel sind. Als Ausgangsposition jedoch ist diese Aussage die einzige Möglichkeit Dilemmata vorzubeugen und Sackgassen zu vermeiden.

 

Also: Demütig bleiben (auch dann, wenn es für mein Ego schwierig ist), beobachten statt zu (ver-) urteilen und das Ego so viel wie möglich aus dem Spiel lassen. Stephen Covey nannte es die fünfte Regel: „Seek first to understand. Then to be understood.“

 

Wenn also irgendetwas nicht funktioniert mit anderen Menschen, dann ist die einzige Person, die ich dafür schuldig machen kann, ich selbst. Scheinbar habe ich nicht gut genug zugehört. Punkt aus! Warum? Na, weil „Menschen gut sind!“.

 


 

All blog posts